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Netzentwicklungsplan Strom / TenneT

Netzentwicklungsplan Strom / TenneT
1. Übersicht
 
Was plant TenneT?
 
Der Übertragungsnetzbetreiber TenneT plant im Zuge der Energiewende den Ausbau der Stromnetzinfrastruktur in unserer Region. Hintergrund sind die steigenden Anforderungen an den Stromtransport sowie die Aufnahme großer Mengen erneuerbarer Energien in das Stromnetz.
Nach aktuellem Stand soll das bestehende Umspannwerk in Redwitz ertüchtigt und zusätzlich ein weiteres Umspannwerk im Raum Obermain/Coburger Land errichtet werden. Als möglicher Suchraum werden dabei unter anderem Bereiche der Gemeinden Weidhausen, Marktgraitz und Marktzeuln betrachtet.
Ein mögliches Umspannwerk hätte nach derzeit bekannten Angaben eine Größe von etwa 20 bis 30 Hektar. Das entspricht der Fläche von 30 – 40 Fußballfeldern. Hinzu kämen die notwendigen Leitungsverbindungen zur Anbindung an das Stromnetz.
 
Verfahrensstand
 
Derzeit befindet sich das Vorhaben in einem frühen Planungs- und Prüfungsstadium.
Die Bundesnetzagentur hat am 12. Juni 2026 die zweite Konsultationsphase zum Netzentwicklungsplan Strom 2037/2045 eröffnet. Behörden, Verbände, Kommunen und Bürgerinnen und Bürger können bis zum 24. August 2026 Stellungnahmen einreichen.
TenneT prüft derzeit verschiedene technische Möglichkeiten und potenzielle Standorte. Konkrete Entscheidungen wurden bislang nicht getroffen.
 
Was ist entschieden?
 
Das bestehende Umspannwerk in Redwitz soll ausgebaut bzw. ertüchtigt werden.
Im Raum Obermain/Coburger Land wird die Notwendigkeit eines zusätzlichen Umspannwerks untersucht.
Die zweite Konsultationsphase der Bundesnetzagentur läuft bis 24.08.2026.
 
Was ist nicht entschieden?
 
Es gibt derzeit keinen festgelegten Standort für ein neues Umspannwerk.
Es wurde noch keine Entscheidung getroffen, ob ein Standort im Gemeindegebiet Weidhausen realisiert wird.
Verlauf und Lage möglicher neuer Stromleitungen stehen ebenfalls nicht fest.
Das Verfahren befindet sich weiterhin in einem Prüf- und Beteiligungsprozess.
 
Die Gemeinde Weidhausen wird die weiteren Entwicklungen aufmerksam begleiten und die Öffentlichkeit fortlaufend über neue Erkenntnisse informieren.
 
2. Haltung der Gemeinde
 
Die Gemeinde Weidhausen begleitet das Verfahren sehr aufmerksam und kritisch.
Aufgrund der Größe eines möglichen Umspannwerks sowie der begrenzten Gemeindefläche sehen wir erhebliche Herausforderungen für Landwirtschaft, Natur, Landschaftsbild und die zukünftige Entwicklung unserer Gemeinde.
 
Insbesondere die Tatsache, dass Weidhausen eine flächenmäßig vergleichsweise kleine Gemeinde ist, lässt ein Vorhaben dieser Größenordnung aus unserer Sicht als unverhältnismäßige Belastung erscheinen. Bereits heute sind unsere Gemeinde und die Region durch bedeutende Infrastrukturprojekte geprägt. Hierzu zählen insbesondere die Bundesstraße B303 sowie die bestehende Höchstspannungsleitung, die unser Gemeindegebiet durchquert.
 
Wir erkennen die Notwendigkeit einer sicheren Stromversorgung, der Netzstabilität und der Energiewende ausdrücklich an. Gleichzeitig erwarten wir, dass bei der Suche nach geeigneten Standorten alle betroffenen Regionen und Flächen transparent, nachvollziehbar und nach objektiven Kriterien geprüft werden. Dazu gehört aus unserer Sicht auch eine umfassende Betrachtung möglicher Alternativstandorte.
Die Gemeinde Weidhausen wird die Interessen ihrer Bürgerinnen und Bürger weiterhin mit Nachdruck vertreten und sich für größtmögliche Transparenz im weiteren Verfahren einsetzen.
 
3. Bürgerbeteiligung
 
Die Bundesnetzagentur hat die zweite Konsultationsphase zum Netzentwicklungsplan Strom 2037/2045 eröffnet. In diesem Rahmen können Bürgerinnen und Bürger, Kommunen, Behörden und Verbände ihre Anregungen, Hinweise und Stellungnahmen in das Verfahren einbringen.
 
Die Konsultationsphase läuft bis zum 24. August 2026.
 
Die Gemeinde Weidhausen begrüßt ausdrücklich die Möglichkeit der öffentlichen Beteiligung und ermutigt alle Interessierten, sich mit den Planungen auseinanderzusetzen und ihre Sichtweise einzubringen.
Insbesondere weist die Gemeinde darauf hin, dass ein mögliches Umspannwerk dieser Größenordnung nicht isoliert betrachtet werden kann. Mit einem solchen Vorhaben gehen regelmäßig weitere Infrastrukturmaßnahmen einher, insbesondere die Anbindung an das bestehende Stromnetz durch zusätzliche Leitungen und technische Einrichtungen. Die konkreten Auswirkungen auf die betroffenen Gemeinden und die gesamte Region sind derzeit noch nicht abschließend absehbar.
 
Aus Sicht der Gemeinde betrifft die Diskussion daher nicht nur mögliche Standortgemeinden, sondern die gesamte Region. Eine breite Beteiligung der Öffentlichkeit ist deshalb von besonderer Bedeutung.
Über den nachstehenden Link gelangen Sie direkt zum Beteiligungsportal der Bundesnetzagentur:
 
Bundesnetzagentur - Stellungnahme

https://www.bundesnetzagentur.de/_tools/netzentwicklungsplanung/strom/stellungnahmen/nep-strom_25-37/node.html
 
4. Chronologie
 
12. Januar 2026
Beschluss des Gemeinderats zur Stellungnahme in der ersten Konsultationsphase mit einer klar ablehnenden Haltung und Aufforderung, den Netzentwicklungsplan grundlegend zu überarbeiten, um eine zusätzliche Belastung der Gemeinde Weidhausen bei Coburg zu vermeiden.
18. Mai 2026
Information der betroffenen Kommunen durch TenneT über erste Überlegungen zum Ausbau der Stromnetzinfrastruktur in der Region.
12. Juni 2026
Start der zweiten Konsultationsphase zum Netzentwicklungsplan Strom 2037/2045 durch die Bundesnetzagentur.
17. Juni 2026
Information des Gemeinderates in der öffentlichen Sitzung über den aktuellen Sachstand und die laufende Konsultation.
29. Juni 2026
Bürgerversammlung der Gemeinde Weidhausen in der Schulturnhalle mit Information der Öffentlichkeit und Möglichkeit zum Austausch.
24. August 2026
Ende der Konsultationsfrist für Stellungnahmen.
Die Chronologie wird fortlaufend aktualisiert.
 
5. Häufig gestellte Fragen (FAQ)
 
Ist der Standort für ein Umspannwerk bereits beschlossen?
Nein. Derzeit gibt es keine Entscheidung über einen konkreten Standort. Das Verfahren befindet sich noch in einem frühen Prüfungsstadium.

Wie groß wäre ein mögliches Umspannwerk?
Nach den derzeit bekannten Informationen wird von einer Flächengröße von etwa 20 bis 30 Hektar ausgegangen. Dies entspricht ungefähr 40 bis 60 Fußballfeldern.

Welche Gemeinden sind betroffen?
Im aktuell betrachteten Suchraum werden unter anderem Bereiche der Gemeinden Weidhausen, Marktgraitz und Marktzeuln untersucht. Eine endgültige Festlegung gibt es nicht.

Wer trifft die Entscheidung?
Die Planung erfolgt durch den Übertragungsnetzbetreiber TenneT. Die Bundesnetzagentur begleitet und prüft die Verfahren im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben. Über den endgültigen Standort entscheidet nicht die Gemeinde. Der Netzentwicklungsplan dient als Grundlage für spätere gesetzliche Entscheidungen. Nach Prüfung durch die Bundesnetzagentur entscheidet der Bundesgesetzgeber, welche Vorhaben in die Bedarfsplangesetze aufgenommen werden.

Bis wann können Stellungnahmen abgegeben werden?
Stellungnahmen zur laufenden Konsultation können bis zum 24. August 2026 eingereicht werden.

Welche Auswirkungen könnte ein Umspannwerk haben?
Ein Vorhaben dieser Größenordnung hätte Auswirkungen auf Flächennutzung, Landwirtschaft, Landschaftsbild, Natur, Infrastruktur und die zukünftige Entwicklung unserer Region. 

Wie informiert die Gemeinde über neue Entwicklungen?
Die Gemeinde informiert über ihre Homepage, das Mitteilungsblatt, die Social-Media-Kanäle sowie bei öffentlichen Informationsveranstaltungen über neue Erkenntnisse und Entwicklungen im Verfahren.
 
Ansprechpartner
Für Fragen zum aktuellen Sachstand können Sie sich an die Gemeindeverwaltung Weidhausen wenden.
 
Gemeinde Weidhausen bei Coburg
Erster Bürgermeister Maximilian Fischer

Telefon: 09562/9832-0
E-Mail: maximilian.fischer@weidhausen.de
Bitte beachten Sie, dass die Gemeinde selbst nicht Vorhabenträger ist und daher nicht alle fachlichen oder verfahrensrechtlichen Fragen beantworten kann. Über neue Informationen werden wir die Öffentlichkeit zeitnah informieren.

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